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Kaufen oder mitgehen lassen: "The Book Thief" von Markus Zusak PDF Drucken E-Mail
Montag, 17. Mai 2010 um 21:53 Uhr

Ein Buch, das ich nur jedem ans Herz legen kann, der Bücher liebt, ist "The Book Thief" (dt. "Die Bücherdiebin") von Markus Zusak. Es geht darin um die 9-jährige Liesel Memminger, die kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs zu Stiefeltern in eine bayerische Kleinstadt bei München kommt und ihre Liebe für Bücher entdeckt.

Erzählt werden die Ereignisse bis ins Jahr 1943 vom Tod höchstpersönlich - und so wundert es nicht, dass das erste Buch, das Liesel stiehlt, den Titel "The Gravediggers Handbook" trägt: Das Handbuch des Totengräbers. Mit diesem Buch bringt der Stiefvater ihr das Lesen bei und Liesel fängt Feuer, was erstaunlich genug ist, da man annehmen darf, dass der Inhalt wenig mitreißend ist.

The Book Thief

Wenngleich ich beim Lesen über die eine oder andere historische Unschärfe gestolpert bin, hat mich das Buch nicht nur durch seine Geschichte, sondern vielmehr durch seine Poetik berührt. Markus Zusak lehrt durch die schlichte Eleganz seiner Sprache, dass die Kunst des Schreibens in erster Linie darin besteht, die falschen Wörter wegzulassen: Kurze Sätze, kein störendes Beiwerk und ein sicheres Gefühl für Rhythmus und Pausen.

Umso irritierender finde ich die Diskussion darum, ob das Buch denn nun für "junge Erwachsene" oder einfach für "Erwachsene" geschrieben ist. Markus Zusak antwortete auf diese Frage: "Ich wollte weder explizit ein Buch für junge Erwachsene noch eines für Erwachsene schreiben. Ich wollte einfach jemandes Lieblingsbuch schreiben." In meinem Fall ist ihm das durchaus gelungen, und ich sehe das Buch in einer Reihe mit "Extrem laut und unendlich nah" von Jonathan Safran Foer, "Unser Holocaust" von Amir Gutfreund und "Mein erster Sony" von Benny Barbasch - alles Bücher, die die Perspektive von Kindern oder Jugendlichen in den Mittelpunkt stellen und gleichwohl keine Jugendbücher sind.

Wer des Englischen einigermaßen mächtig ist, sollte das Buch unbedingt im Original lesen oder als Hörbuch hören. Letzteres ist von Allan Corduner ganz großartig gelesen.

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