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Wandern auf dem Elephant Trail PDF Drucken E-Mail
Montag, 31. Oktober 2011 um 15:57 Uhr

An unserem zweiten Wochenende in Taipeh zog es uns ein wenig ins Grüne – und das beginnt nur wenige Schritte von unserem Apartment entfernt. Was dem Berliner sein Grunewald, sind dem Bewohner von Taipeh die "Berge der vier Raubtiere", die sich unmittelbar an der Stadtgrenze erheben.

Die vier Berge, deren Silhouetten angeblich an einen Elefanten, einen Tiger, einen Löwen und einen Leoparden erinnern, sind durchzogen von zahlreichen Wanderwegen, die die Einheimischen am Wochenende fleißig durchstreifen. Der Begriff "Wanderweg" muss hier allerdings etwas präzisiert werden, denn genau genommen handelt es sich zu mindestens 80 Prozent um Treppen. Wer plant, an einem der zurzeit so beliebten Treppenlauf-Wettbewerbe teilzunehmen, findet in den Bergen der vier Raubtiere das optimale Trainingsterrain. (Bei schlechtem Wetter bietet sich natürlich auch das bereits vielzitierte Taipeh 101 dafür an.) Kurzum: Man braucht schon eine gewisse Grundkondition, um auch nur den kürzesten Wanderweg, den Elephant Trail, zu bewältigen. Belohnt wird man dafür allerdings mit Natur pur und einem grandiosen Ausblick über die ganze Stadt.

In der Natur auf dem Elephant TrailAussicht auf TaipehAuf einem der sechs großen Steine

Eine schöne Begegnung erlebten wir, als wir kurz vor dem Gipfel die Stufen zu einer Aussichtsplattform erklommen hatten. Dort hielt eine Gruppe von etwa 25 Taiwanern ein Picknick ab. Während wir uns verpusteten und den Panoramablick genossen, sprach uns eine Taiwanerin an und fragte ganz interessiert, woher wir seien, was uns nach Taipeh führte und wie uns das Land gefiele. Indessen kam eine andere Taiwanerin und bot uns diverse Speisen an, die wir neugierig kosteten. Dankbar nahmen wir die vorausschauenden Hinweise zu den Geschmacksrichtungen an, denn sonst hätten wir wieder einmal etwas ganz anderes erwartet. Es wurde uns dann schließlich noch ein wichtiger Mann aus der Runde vorgestellt: der Ingenieur, der das U-Bahn-System von Taipeh entwickelt hat. Er erzählte uns, dass er mit seinem Team U-Bahnen auf der ganzen Welt besichtigt hatte, um schließlich das beste und geeignetste System für Taipeh zusammenzustellen. Tatsächlich kann er sehr stolz auf das Ergebnis sein, denn die Metro von Taipeh ist sehr modern und gut durchdacht.

Gut gestärkt setzten wir unseren Weg dann fort und erreichten wenig später die sechs großen Steine, von denen man den besten Ausblick auf die Stadt hat (Foto oben). Im weiteren Verlauf des Weges passierten wir außerdem noch mehrere buddhistische Tempel. Einer hatte einen Garten, in dem die Mönche im Kreise diverser Figuren offenbar häufiger Xiangqi, eine Art chinesiches Schach, spielen – das Brett mit den Spielsteinen stand schon für die nächste Partie bereit.

Buddhistischer Tempel 1Buddhistischer Tempel 2Figuren im Tempelgarten 1Figuren im Tempelgarten 2Figuren im Tempelgarten 3Figuren im Tempelgarten 4

Erstaunt hat mich außerdem, dass es an einigen Stellen an den Wanderwegen auch noch kleinere Trimm-dich-Pfade mit Geräten gibt. Als sei es nicht schon anstrengend genug, die Hunderte von Stufen rauf und runter zu marschieren. Wir haben uns diese zusätzliche Trainingseinheit jedenfalls für den nächsten Besuch aufgespart.

 
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