| Gewalt durch Sprache |
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| Mittwoch, 26. September 2007 um 00:10 Uhr |
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Heute kam ich an einem Haus vorbei, bei dem jemand etwas an die Wand gesprüht hatte. "Tibor is schwuler Nazificker ohne Eier!", lautete der Text. Trotz viel Arbeit im Büro und wenig Zeit, über Gott und die Welt herumzugrübeln, ging mir diese Botschaft den ganzen Tag nicht aus dem Kopf.
- Auch wegen einer gewissen widerwilligen Bewunderung dafür, wie man in einem einzigen, nicht mal besonders langen Satz so viele verschiedene Diskriminierungsebenen unterbringen kann. (Zumindest denke ich, man darf sich einig sein, dass das Geschriebene nicht als Liebeserklärung an besagten Tibor zu verstehen ist.)
Tibor ist also, wenn man dem Verfasser Glauben schenken darf, schwul - das allein ist in gewissen Kreisen ja schon über die Maßen verwerflich. Aber nicht genug damit - er hat auch noch eine besondere Vorliebe für Nazis und das scheint - immerhin und durchaus positiv zu vermerken! - auch nicht gerade salonfähig zu sein. Dass Tibor ein Ficker ist, nehmen wir jetzt mal ganz neutral hin, es ist wohl nicht das Schlechteste, wenigstens ist es etwas, wovon andere nur träumen ... Auch kann man es als Attribut für Männlichkeit verstehen, was das Schwulsein ja ein wenig kompensieren mag. Aber so richtig männlich ist Tibor eben doch nicht, denn er hat ja keine Eier. Am Ende ist er sogar eine Frau?! Fragt sich bloß, wie er dann wohl seinen Status als Ficker aufrecht erhalten kann?
In jedem Fall kann einem/einer ein Mensch, über den so ein echt fieser Satz nun für vermutlich längere Zeit in aller Öffentlichkeit zu lesen ist, ganz schön Leid tun. Tibor, melde dich - ich spendiere dir einen Eimer Fassadenfarbe! |




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